Arbeitsvertrag prüfen: Checkliste & Fallstricke

Ein neuer Arbeitsvertrag enthält oft Klauseln, die dich später Geld kosten – von zu langen Probezeiten bis zu fragwürdigen Überstundenregelungen. Diese Checkliste hilft, den Vertrag zu prüfen, bevor du unterschreibst.

Pflichtangaben

Seit August 2022 (NachwG) muss der Arbeitsvertrag schriftlich Folgendes enthalten: Name & Anschrift beider Parteien, Beginn, Befristung, Arbeitsort, Tätigkeitsbeschreibung, Gehalt + Zusammensetzung, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigungsfristen, Hinweis auf Tarifverträge.

Probezeit

Maximal 6 Monate (§ 622 BGB). In dieser Zeit verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen. Bei befristeten Verträgen unter 24 Monaten muss die Probezeit angemessen sein – meist 1/4 der Vertragslaufzeit.

Kündigungsfristen

Gesetzlich: 4 Wochen zum 15. oder Monatsende für Arbeitnehmer (§ 622 BGB). Für Arbeitgeber gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit (von 4 Wochen bis 7 Monaten zum Monatsende). Tarifverträge oder Einzelverträge können längere Fristen vereinbaren – immer für beide Seiten gleich.

Überstunden & Mehrarbeit

Pauschalklauseln „Überstunden mit dem Gehalt abgegolten“ sind nur wirksam, wenn die maximale Anzahl klar geregelt ist (max. ~20 %). Sonst ist die Klausel unwirksam und Überstunden müssen vergütet werden.

Urlaub & Sonderzahlungen

Mindesturlaub: 24 Werktage (= 20 Arbeitstage) bei 6-Tage-Woche. Üblich sind 28–30 Tage. Weihnachts-/Urlaubsgeld nur, wenn vertraglich vereinbart oder durch Tarifvertrag/Betriebsvereinbarung.

Verschwiegenheit & Wettbewerbsverbot

Verschwiegenheit ist während des Arbeitsverhältnisses geschuldet, danach nur bei berechtigten Geheimhaltungsinteressen. Nachvertragliches Wettbewerbsverbot nur mit Karenzentschädigung (50 % des letzten Gehalts). Klauseln ohne Entschädigung sind unwirksam.

Häufige Fragen

Muss ich den Vertrag sofort unterschreiben?
Nein. Nimm dir 1–2 Tage Zeit. Bei wichtigen Klauseln Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren.
Was, wenn der Vertrag unwirksame Klauseln hat?
Diese Klauseln gelten als nicht vereinbart – der Rest bleibt wirksam.
Wie viel Urlaub steht mir zu?
Mindestens 20 Tage bei 5-Tage-Woche. Üblich sind 28–30 Tage.
Kann ich nach Unterschrift noch verhandeln?
Nur einvernehmlich. Daher vorher prüfen und verhandeln.
Was tun bei einer Kettenbefristung?
Maximal 3 Verlängerungen / 2 Jahre ohne Sachgrund. Sonst Entfristungsklage möglich.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.