Krankgeschrieben in Deutschland: Lohnfortzahlung, Krankengeld und Ihre Rechte

Gerade in den kälteren Monaten, wenn Erkältungswellen grassieren oder plötzlich eine Grippe zuschlägt, stellt sich für viele Arbeitnehmer in Deutschland die Frage: Was passiert, wenn ich länger oder wiederholt krankgeschrieben bin? Die Sorge um den Arbeitsplatz, die Lohnfortzahlung und das komplexe System des Krankengeldes kann bei Krankheit zusätzlich belasten. Dieses komplexe Thema ist im Arbeitsrecht fest verankert und betrifft Mieter wie Eigentümer gleichermaßen in ihrer Rolle als Arbeitnehmer. Der vorliegende Ratgeber klärt umfassend auf, welche Rechte und Pflichten Sie als krankgeschriebener Arbeitnehmer in Deutschland haben, wann der Arbeitgeber zahlt, wann die Krankenkasse einspringt und welche Fristen unbedingt einzuhalten sind. Wir beleuchten die gesetzlichen Grundlagen und geben praxisnahe Empfehlungen, damit Sie sich im Ernstfall auf Ihre Genesung konzentrieren können.

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Problem im Detail

Eine Krankmeldung ist zunächst eine ärztliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit. In Deutschland wird die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) geregelt. Dieses besagt, dass Arbeitnehmer bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen – also 42 Kalendertage – weiterhin ihren vollen Arbeitslohn vom Arbeitgeber erhalten. Dies gilt für ein und dieselbe Krankheit. Tritt eine neue Krankheit auf, beginnt die Sechs-Wochen-Frist von Neuem. Die Arbeitsunfähigkeit muss dabei ärztlich festgestellt und bescheinigt werden, üblicherweise durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), auch bekannt als 'gelber Schein'. Seit 2023 wird die AU-Bescheinigung in der Regel digital an die Krankenkassen und von dort an den Arbeitgeber übermittelt, was die Prozesse vereinfacht. Eine korrekte und fristgerechte Meldung der Krankheit ist essenziell, um finanzielle Nachteile zu vermeiden. Die Dauer der Krankschreibung kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten reichen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Bezug von Lohn und später Krankengeld.

Risiken bei Nichtbehebung

Wer sich nicht korrekt an die Regeln zur Krankmeldung und zugehörigen Pflichten hält, riskiert ernsthafte Konsequenzen. Eine verspätete oder unterlassene Mitteilung der Arbeitsunfähigkeit kann zu einer Abmahnung führen und im Wiederholungsfall sogar eine verhaltensbedingte Kündigung nach sich ziehen. Noch gravierender ist die Situation bei versäumter Einreichung der AU-Bescheinigung bei der Krankenkasse nach Ablauf der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber: Dies kann den Verlust des Anspruchs auf Krankengeld bedeuten, was eine erhebliche finanzielle Lücke reißen würde. Zudem könnten Sie im schlimmsten Fall keinen Krankenversicherungsschutz mehr haben, wenn die Krankenkasse die Zahlung einstellt. Auch das Nichterscheinen zu einem vom Arbeitgeber angeordneten Arzttermin – beispielsweise beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) – ohne triftigen Grund kann arbeitsrechtliche Konsequenzen haben und den Verdacht des Arbeitszeitbetrugs nähren. Es ist daher unerlässlich, die gesetzlichen Vorgaben und die im Arbeitsvertrag festgelegten Pflichten genau zu kennen und einzuhalten.

Schritt-für-Schritt Lösung für Sie selbst

Obwohl es sich nicht um eine technische Reparatur handelt, gibt es klare Schritte, die Sie als Arbeitnehmer bei einer Krankmeldung einhalten müssen. Direkt zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit ist der Arbeitgeber umgehend in Kenntnis zu setzen. Rufen Sie am ersten Tag an oder senden Sie eine E-Mail, bevor die Arbeit beginnt. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) muss spätestens am vierten Kalendertag der Erkrankung vorliegen. Handelt es sich um eine Folgebescheinigung, muss diese lückenlos an die vorherige anschließen. Seit dem 1. Januar 2023 wird die eAU in der Regel direkt von der Arztpraxis an die Krankenkasse übermittelt, welche sie dann dem Arbeitgeber bereitstellt. Sie selbst müssen lediglich prüfen, ob der Arzt die Übermittlung vorgenommen hat und haben ein Anrecht auf einen Ausdruck für Ihre Unterlagen. Für die Krankenkasse ist die fristgerechte Meldung ebenfalls entscheidend, insbesondere wenn Sie Krankengeld beziehen müssen. Informieren Sie sie frühzeitig über die Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Eine lückenlose Dokumentation Ihrer Krankschreibungen ist wichtig.

Wann ein Fachbetrieb informiert werden muss

Im Kontext einer Krankmeldung gibt es keinen 'Fachbetrieb' im klassischen Sinn, der informiert werden muss. Der direkte Ansprechpartner ist immer Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin. Diese sind die 'Fachexperten' für Ihre Gesundheit und stellen die notwendige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Bei längerer Krankheit oder Zweifeln an der Genesungsfähigkeit kann die Krankenkasse den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) einschalten. Der MDK ist keine Behandlungsinstanz, sondern eine Gutachterorganisation, die die Arbeitsunfähigkeit prüft und die Krankenkasse berät. Wenn Sie arbeitsunfähig erkranken und es Anzeichen für eine mögliche Behinderung oder chronische Erkrankung gibt, die Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen könnte, kann Ihr Arzt oder Ihre Krankenkasse Sie auch an spezialisierte Rehabilitationszentren oder Sozialberatungsstellen verweisen. Eine zeitnahe und offene Kommunikation mit dem behandelnden Arzt ist essenziell für die lückenlose Dokumentation Ihrer Arbeitsunfähigkeit und die Sicherstellung Ihrer Leistungsansprüche.

Mietrechtliche Lage für Sie selbst

Die mietrechtliche Lage ist im Falle einer Krankmeldung direkt nicht betroffen, da es sich um ein arbeitsrechtliches Thema handelt. Ihre Fähigkeit, Miete zu zahlen, könnte jedoch indirekt beeinflusst werden, wenn es zu finanziellen Engpässen kommt, beispielsweise durch den Übergang von Lohnfortzahlung zum Krankengeld, welches lediglich 70% des Bruttoeinkommens (maximal 90% des Nettoeinkommens) beträgt. Sollten Sie durch eine längere Krankheit oder den Wechsel zum Krankengeld in Zahlungsschwierigkeiten geraten, ist es wichtig, umgehend Kontakt mit Ihrem Vermieter aufzunehmen und die Situation zu erklären. Gemäß § 535 BGB schulden Sie die pünktliche Mietzahlung. Eine verspätete Zahlung kann zu Mahnungen und im schlimmsten Fall zur Kündigung des Mietverhältnisses führen. Mietminderung ist hier kein Thema, da kein Mangel an der Mietsache vorliegt. Treten jedoch durch die Krankheit neue Bedürfnisse auf, z.B. barrierefreie Anpassungen, könnten diese unter Umständen vom Mieter mit Zustimmung des Vermieters vorgenommen werden. Es gibt keine gesetzlichen Bestimmungen, die den Vermieter verpflichten, bei Krankheit des Mieters auf Mietzahlungen zu verzichten oder diese zu stunden, es sei denn, dies wird individuell vereinbart.

Vorbeugung

Prävention im Kontext von Krankmeldungen bedeutet primär, die eigene Gesundheit zu schützen und im Krankheitsfall korrekt zu handeln. Ein starkes Immunsystem durch ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf reduziert die Anfälligkeit für Krankheiten. Auch Präventionsmaßnahmen wie saisonale Grippeimpfungen oder eine gute Arbeitshygiene, insbesondere in Büros, tragen dazu bei, Krankheitsausfälle zu minimieren. Im Falle einer beginnenden Erkrankung ist es sinnvoll, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um eine Ausbreitung zu vermeiden und eine zügige Genesung zu fördern. Überprüfen Sie zudem regelmäßig die Notwendigkeit von Arztbesuchen, wenn Sie sich unwohl fühlen, anstatt Symptome zu ignorieren. Kennen Sie Ihre Rechte und Pflichten bezüglich Krankmeldung und Lohnfortzahlung genau – informieren Sie sich über Ihren Tarifvertrag, Betriebsvereinbarungen und das Entgeltfortzahlungsgesetz. So vermeiden Sie rechtliche Fallstricke und können im Ernstfall korrekt und fristgerecht handeln, um finanzielle Nachteile zu verhindern. Eine gute Kenntnis der Abläufe entlastet und ermöglicht es Ihnen, sich voll auf Ihre Genesung zu konzentrieren.

Mögliche Ursachen

  • Verpasste Fristen bei Krankmeldung

    Nicht fristgerechte Meldung an Arbeitgeber oder Krankenkasse, oft durch Unkenntnis der genauen Anforderungen, führt zu Problemen.

  • Falsche Information der Krankenkasse

    Mangelhafte Kommunikation mit der Krankenkasse, insbesondere beim Übergang von Lohnfortzahlung zu Krankengeld, kann Nachteile verursachen.

  • Unklare Kommunikation mit dem Arbeitgeber

    Fehlende Eindeutigkeit bei der Krankmeldung oder unzureichende Information über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit führt oft zu Missverständnissen.

  • Fehlende medizinische Dokumentation

    Das Nicht-Vorlegen oder der Verlust der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auch wenn sie digital übermittelt wird, kann zu Problemen führen.

  • Wiederholte Kurzerkrankungen

    Gehäufte Kurzerkrankungen, insbesondere im gleichen Kalenderjahr, können arbeitsrechtliche Prüfungen nach sich ziehen.

Schritt-für-Schritt Lösung

  1. 1. Arbeitgeber umgehend informieren

    Kontaktieren Sie Ihren Arbeitgeber so schnell wie möglich (telefonisch oder per E-Mail) am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit, bevor die Arbeit beginnt. Teilen Sie mit, dass Sie arbeitsunfähig sind und wie lange die voraussichtliche Dauer ist.

  2. 2. Arzt aufsuchen und AU-Bescheinigung erhalten

    Gehen Sie spätestens am dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit zum Arzt. Lassen Sie sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ausstellen. Prüfen Sie, ob der Arzt die eAU digital an Ihre Krankenkasse übermittelt hat und bitten Sie um einen Papierausdruck für Ihre Unterlagen.

  3. 3. eAU-Status bei Krankenkasse prüfen

    Vergewissern Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, dass die eAU vom Arzt übermittelt wurde. Dies ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die Lohnfortzahlung oder das Krankengeld reibungslos abläuft.

  4. 4. Mitteilung an Arbeitgeber über Dauer

    Informieren Sie Ihren Arbeitgeber regelmäßig über die voraussichtliche Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit, besonders wenn sich die Genesung verzögert und eine Folgebescheinigung erforderlich wird. Transparenz vermeidet Missverständnisse.

  5. 5. Krankenkasse bei längerer Krankheit kontaktieren

    Geht Ihre Arbeitsunfähigkeit über die Sechs-Wochen-Frist der Lohnfortzahlung hinaus, setzen Sie sich proaktiv mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung, um den Übergang zum Krankengeldanspruch zu klären und fristgerecht alle benötigten Unterlagen einzureichen.

  6. 6. Anweisungen des MDK befolgen

    Sollten Sie vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse zu einer Untersuchung aufgefordert werden, kommen Sie dieser Aufforderung unbedingt nach. Unbegründetes Fernbleiben kann zum Entzug des Krankengeldes führen.

Reparaturkosten in Deutschland

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Bei einer Krankmeldung fallen für den Arbeitnehmer im Normalfall keine direkten Kosten an. Arztbesuche werden von der Krankenkasse übernommen. Indirekte Kosten können bei Einkommensverlust entstehen, wenn das Krankengeld nach sechs Wochen nur noch bis zu 90% des Nettoverdienstes entspricht. Für den Arbeitgeber entstehen Lohnfortzahlungskosten (für bis zu 6 Wochen), deren Höhe vom Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers abhängt. Ein Arbeitnehmer mit 3.000 € Bruttoverdienst kostet den Arbeitgeber in den 6 Wochen der Lohnfortzahlung rund 4.500 € (inkl. Sozialabgaben).

Sicherheitshinweise

Bei gesundheitlichen Problemen, die einer Krankschreibung bedürfen, ist es primär wichtig, den Empfehlungen und Anweisungen des behandelnden Arztes uneingeschränkt Folge zu leisten. Dies beinhaltet die Einnahme verschriebener Medikamente, das Einhalten von Ruhephasen und das Vermeiden von Aktivitäten, die den Heilungsprozess behindern könnten. Bei akuten, schweren Erkrankungen oder der Verschlechterung des Gesundheitszustandes muss umgehend ärztliche Hilfe oder im Notfall die 112 kontaktiert werden. Eine Genesung ist nur durch konsequente medizinische Betreuung und Selbstfürsorge möglich. Versuchen Sie nicht, Symptome zu ignorieren oder sich selbst zu diagnostizieren.

Wann den Fachbetrieb rufen?

Ein Facharzt (z.B. Orthopäde, Internist, Psychiater) muss immer dann aufgesucht werden, wenn die Krankheit über die Kompetenzen des Hausarztes hinausgeht oder spezialisierte Diagnostik bzw. Therapien erforderlich sind. Bei psychischen Erkrankungen ist ein Psychiater oder Psychotherapeut der richtige Ansprechpartner. Bei Arbeitsunfähigkeit wegen eines Arbeitsunfalls muss ein Durchgangsarzt (D-Arzt) konsultiert werden. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) ist einzuschalten, wenn die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeit gutachterlich prüfen lässt, um den Anspruch auf Krankengeld zu klären.

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Mieterrechte

Die mietrechtliche Lage ist bei einer Krankmeldung nicht direkt betroffen. Die Miete muss weiterhin pünktlich gezahlt werden. Bei finanziellen Problemen durch Krankheit (z.B. Übergang zum Krankengeld) sollte der Vermieter proaktiv kontaktiert werden, um mögliche Stundungen oder Ratenzahlungen zu vereinbaren. Eine Mietminderung aufgrund von Krankheit ist grundsätzlich nicht möglich, da kein Mangel an der Mietsache vorliegt. Beweissicherung mittels ärztlicher Bescheinigungen ist für die Krankenkasse und den Arbeitgeber relevant, nicht aber für den Vermieter im klassischen Sinne. (§ 535 BGB ist hier nur insoweit relevant, dass die Pflicht zur Mietzahlung unberührt bleibt).

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Häufige Fragen

Wie lange erhalte ich Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber?+

Sie erhalten Lohnfortzahlung für bis zu sechs Wochen (42 Kalendertage) bei Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit. Beginnt während dieser Zeit eine neue, eigenständige Krankheit, beginnt die Sechs-Wochen-Frist für diese neue Erkrankung erneut. Treten innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Erkrankung erneut Krankheitstage aufgrund derselben Krankheit auf, werden diese Tage auf die Sechs-Wochen-Frist angerechnet.

Wann beginnt der Anspruch auf Krankengeld?+

Der Anspruch auf Krankengeld beginnt, sobald die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet. Dies ist in der Regel nach sechs Wochen (42 Kalendertagen) der Fall. Die Krankenkasse zahlt das Krankengeld dann für maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe Krankheit. Wichtig ist eine nahtlose Krankschreibung, um keine Lücken im Leistungsbezug zu riskieren.

Wie hoch ist das Krankengeld?+

Das Krankengeld beträgt in der Regel 70 Prozent Ihres Bruttoarbeitsentgelts, darf aber 90 Prozent Ihres Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen. Es gibt zudem eine Höchstgrenze, die jährlich angepasst wird (2025/2026 orientiert sich diese an der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung). Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden bei der Berechnung anteilig berücksichtigt.

Muss ich dem Arbeitgeber den Grund meiner Krankheit nennen?+

Nein, Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber den genauen Grund Ihrer Krankheit mitzuteilen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) gibt lediglich Auskunft über den Beginn, die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit und ob es sich um eine Erst- oder Folgebescheinigung handelt. Ihre Krankheitsdiagnose ist vertraulich und unterliegt dem Arztgeheimnis.

Was passiert, wenn ich während der Krankschreibung Sport mache?+

Ob Sie während der Krankschreibung Sport machen dürfen, hängt von der Art Ihrer Erkrankung ab. Wenn Sport den Heilungsprozess fördert und vom Arzt empfohlen wird (z.B. leichte Bewegung bei Rückenschmerzen), ist dies in Ordnung. Führen Sie jedoch Aktivitäten aus, die Ihrer Genesung entgegenwirken oder den Verdacht erwecken, Sie täuschen die Krankheit vor, können arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen. Im Zweifel immer den Arzt fragen.

Kann mein Arbeitgeber mich während der Krankheit kündigen?+

Grundsätzlich ist eine Kündigung während der Krankheit nicht per se ausgeschlossen. Der Kündigungsschutz gilt auch für kranke Arbeitnehmer. Allerdings sind die Hürden für eine krankheitsbedingte Kündigung sehr hoch. Der Arbeitgeber muss hierfür eine negative Gesundheitsprognose darlegen, d.h., es muss absehbar sein, dass Sie in Zukunft dauerhaft oder häufig krank sein werden und dies zu erheblichen betrieblichen Beeinträchtigungen führt. Das Entgeltfortzahlungsgesetz schützt lediglich vor Entgeltverlust, nicht vor Kündigung aus anderen Gründen.

Was ist, wenn ich im Urlaub krank werde?+

Wenn Sie im Urlaub krank werden und dies ärztlich bescheinigt wird, werden die Tage der Arbeitsunfähigkeit nicht auf Ihren Jahresurlaub angerechnet. Sie müssen sich umgehend beim Arbeitgeber melden, die Arbeitsunfähigkeit nachweisen und benötigen für die Zeit der Krankheit eine ärztliche Bescheinigung. Nach Genesung können Sie die verbleibenden Urlaubstage später nehmen. Dies ist im Bundesurlaubsgesetz festgeschrieben und durch entsprechende Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gestärkt.

Kann ich nach dem Ende der Krankschreibung direkt wieder arbeiten?+

Ja, in der Regel können und sollten Sie direkt nach dem Ende der Krankschreibung wieder arbeiten. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung endet zu einem bestimmten Datum, und ab dem Folgetag gelten Sie als arbeitsfähig. Eine erneute Krankschreibung ist nur nötig, wenn die Genesung länger dauert als ursprünglich angenommen und der Arzt dies bescheinigt. Eine 'Gesundschreibung' zur Wiederaufnahme der Arbeit ist in Deutschland nicht üblich.

Was ist eine Stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell)?+

Das Hamburger Modell ermöglicht es Arbeitnehmern nach langer Krankheit, schrittweise und schonend in den Arbeitsprozess zurückzukehren. Unter ärztlicher Aufsicht und in Abstimmung mit Arbeitgeber und Krankenkasse wird die Arbeitszeit langsam gesteigert. Während dieser Zeit erhalten Sie weiterhin Krankengeld, da Sie noch als arbeitsunfähig gelten. Das Modell fördert die vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und ist in § 74 SGB V geregelt.

Welche Rolle spielt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)?+

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hat den Prozess der Krankmeldung erheblich vereinfacht. Seit dem 1. Januar 2023 übermitteln Arztpraxen die AU-Daten direkt an die Krankenkassen. Die Krankenkassen stellen diese Informationen wiederum digital dem Arbeitgeber bereit. Sie als Arbeitnehmer müssen die AU nicht mehr persönlich beim Arbeitgeber einreichen, sind aber weiterhin verpflichtet, diesen über Ihre Arbeitsunfähigkeit zu informieren.

Was passiert, wenn ich psychisch erkrankt bin?+

Psychische Erkrankungen werden wie physische Erkrankungen behandelt. Sie sind gegenüber Ihrem Arbeitgeber nicht zur Offenlegung der Diagnose verpflichtet. Die Krankschreibung erfolgt durch einen Arzt (z.B. Hausarzt, Psychiater, Psychotherapeut mit Kassenzulassung), und es gelten dieselben Regeln für Lohnfortzahlung und Krankengeld. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen; dies ist wichtig für Ihre Genesung und den Erhalt Ihrer Arbeitsfähigkeit.

Fazit

Das Thema Krankmeldung und die damit verbundenen Regelungen zu Lohnfortzahlung und Krankengeld sind in Deutschland komplex, aber essenziell für die Absicherung von Arbeitnehmern. Eine fristgerechte Kommunikation mit Arbeitgeber und Krankenkasse, die korrekte Einreichung der ärztlichen Bescheinigungen und das Wissen um die eigenen Rechte und Pflichten sind der Schlüssel zur Vermeidung finanzieller und arbeitsrechtlicher Probleme. Unabhängig davon, ob Sie kurzfristig erkrankt sind oder mit einer langwierigen Krankheit zu kämpfen haben, ist es entscheidend, sich proaktiv zu informieren und die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz und dem Sozialgesetzbuch, einzuhalten. Sollten Sie konkrete Fragen zu Ihrer individuellen Situation haben, empfehlen wir Ihnen, die DeutschlandPilot Haus & Wohnung KI zu nutzen. Laden Sie einfach Ihre Situation mit Foto oder Video hoch, und erhalten Sie eine präzise Analyse sowie Empfehlungen für Fachbetriebe oder Beratungsstellen in Ihrer Region, um schnell die passende Unterstützung zu finden.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisch auf Basis einer realen Nutzeranfrage erstellt und ersetzt keine Fach- oder Rechtsberatung. Bei akuter Gefahr (Gas, Wasser, Strom, Feuer) wählen Sie sofort die 112.